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Freitag, 2. Dezember 2016

Testbericht Forerunner 230

Heute präsentiere ich euch einen Testbericht meiner aktuellen Laufuhr die ich mir vor ein paar Monaten gegönnt habe: Die Forerunner 230!


Vorher hatte ich das Vorgängermodell, die FR220. Da ich aber einen Activity Tracker haben wollte der meine Schritte den ganzen Tag aufzeichnet war es naheliegend eine Uhr zu holen die direkt alles kann. Ist ja auch blöd wenn man 2 oder 3 unterschiedliche Uhren zu hause hat. So habe ich eine! Eine die meine Schritte aufzeichnet, die meine Radtouren aufnimmt und die ich auch zum Laufen benutzen kann.
Äußerlich macht die Uhr einen sehr guten Eindruck! Sie fühlt sich wertig an und die Farbe sagte mir auch zu. Ich mag es einfach nicht schwarz. Mittlerweile ziehe ich lieber etwas buntes an;-)

GPS-Genauigkeit

Natürlich das wichtigste Kriterium für eine Laufuhr ist die GPS-Genauigkeit. Wenn das nicht funktioniert dann ist die Uhr für die Tonne. Hier muss ich sagen das bisher alle Läufe sehr genau aufgenommen wurden. Klar läuft man manchmal neben der Straße oder durch Häuser hindurch, aber das ist ja bei GPS-Signalen oft so. Meinen Marathon in Frankfurt hat diese Uhr genaustens aufgezeichnet. Auch sonst gibt es in dieser Hinsicht nichts zu meckern.

Akkulaufzeit

Im Vergleich zur Vorgängeruhr ist das eine deutliche Verbesserung! Ich laufe 100km in der Woche, habe die Uhr 24 Stunden an und übertrage die Daten per Bluetooth und der Akku hält die ganze Woche durch. Das ist der Wahnsinn, somit ist die Uhr sogar Ultra-Rennen geeignet. Vorbei die Zeiten an denen ich die Uhr jede paar Tage aufladen musste. Das Aufladen der Uhr ist in ca. 2 Stunden erledigt. Ich mache dies dann immer über Nacht. Auch nach dem Marathon hatte ich noch eine Akkuleistung von ca. 70%. Das spricht ganz klar für die Uhr und ist für mich eines der wichtigsten Kaufgründe.

Tragekomfort

Ja, ich muss zugeben. Ich bin nicht jemand der eine Uhr gerne den ganzen Tag an hat. Zuhause ziehe ich sie oft aus da ich es nicht mag wenn da was an meinem Handgelenk ist. Aber wenn ich sie anhabe stört sie in keinster Weise. Das Armband drückt auch nicht. Die Uhr misst auch die Schlafdauer und Qualität. Nachts trage ich aber sehr ungern Uhren, daher habe ich das noch nie ausprobiert. Meistens denkt die Uhr wenn man auf der Couch liegt und TV schaut das man schon schläft. Das ist verbesserungswürdig.

Datenhandling

Garmin Connect nutze ich jetzt schon seit ein paar Jahren und ist für mich das beste Auswertungstool. Übersichtlich und in einem modernen Design werden hier die wichtigsten Daten ausgewertet und angezeigt. Die beste Uhr bringt nichts wenn die Auswertung totaler Murks ist. Vor einiger Zeit konnte ich mal eine Uhr von Epson testen, und dies war alles andere als toll. Dies kann man hier nochmal nachlesen Epson SF-810 Testbericht. Da war das Datenhandling eine einzige Katastrophe.
Bei Garmin ist es recht unkompliziert. Einfach das Bluetooth anschalten am Smartphone und die Daten werden übertragen. Lange warten muss man nicht und es werden sofort die Daten angezeigt. Garmin Connect wurde in den letzten paar Jahren sehr verändert und mir gefällt das neue Design. Die Startseite kann man nach Belieben einstellen und die Daten die einem wichtig sind kann man selber anordnen.





Display der Uhr

Auf den Werbebildern der Uhr sieht das Display deutlich besser aus. Dies stört mich aber nicht und meiner Meinung nach ist es für eine Laufuhr ein sehr gutes Display. Wenn die Sonne drauf scheint ist immer noch alles gut abzulesen. Wenn man im Dunkeln läuft hat man die Möglichkeit eine Hintergrundbeleuchtung anzuschalten. Alles ist selbsterklärend und man bräuchte noch nicht mal eine Bedienungsanleitung um die Uhr einzurichten. Das ist Garmin-typisch! Ich hatte letztens die Uhr einer anderen Konkurrenzfirma in der Hand und war doch selber überrascht wie umständlich Laufuhren heute immer noch sein können.




Man hat die Möglichkeit über den IQ-Store seine Displaypberfläche anzupassen. Ich selber habe dort aber noch nichts brauchbares gefunden das die Uhr eh schon nicht hat.

Sonstiges

Was ich sehr schön finde, man kann sie auch fürs Radfahren benutzen. Dies war mir auch wichtig da ich mich in Zukunft doch immer öfters mal aufs Rad schwinge. Eine Schwimmfunktion hat die Uhr nicht, benötige ich aber nicht.
Was mir auch noch wichtig war, ist die Intervallfunktion. Hier funktioniert alles bestens und mir wird alles wichtige auf der Uhr sofort angezeigt.
Natürlich kann man das Pulsband mit dieser Uhr koppeln. Anschließend werden verschiedenste Daten ausgewertet und angezeigt zum Beispiel auch die allgemeine Fitness und die Ruhezeit zum nächsten Lauf. Meiner Meinung nach ist ein Pulsband genauer als eine Messung am Handgelenk, kann es aber auch verstehen wenn Leute sagen das sie das lieber an der Uhr haben möchten.

Fazit

Dies ist die bisher beste Laufuhr die ich besaß. Man kann sie nicht nur fürs Laufen benutzen und arbeitet zuverlässig. Besonders vorzuheben ist die Akkulaufzeit und die Auswertung auf Garmin Connect. Negatives gibt es nichts zu sagen, für einen Preis um die 200€ bekommt man einiges geboten. Hier hat man ein Allroundpaket das auch die Schritte aufzeichnet. Somit gibt es für mich eine klare Kaufempfehlung!

PS: Die Uhr habe ich mir selber gekauft und wurde mir nicht von Garmin zur Verfügung gestellt. Nicht das hier der Eindruck entsteht ich mache in irgendeiner Weise Werbung;-)

Dienstag, 29. November 2016

Motiviert in die erste Trainingswoche

Start in die erste Trainingswoche für den 50km Lauf in Rodgau

Ich bin voll motiviert in meine erste Trainingswoche gestartet. Da ich mir vorgenommen hatte mehr Alternativsport zu machen habe ich mich auf mein Rad gewagt und bin 2 Stunden lang - laut meiner Frau sehr langsam - gefahren. An das kalte Wetter muss ich mich erstmal noch gewöhnen und fast erfroren war ich dann sehr erleichtert in der warmen Dusche. Allgemein ist es kälter geworden und die langen Laufhosen landen wieder weit vorne im Kleiderschrank.

Meine Riegel für die langen Läufe mache ich ja jetzt schon seit einiger Zeit selber, dieses Rezept habe ich aus dem Runners World und ich komme gut damit zurecht. Ich habe es nicht mehr eingesehen eine Menge Geld für Gel oder Riegel auszugeben auch wenn dies der einfachere Weg ist. Nur noch für die Wettkämpfe setze ich diese ein da man sie leicht transportieren kann. Mit selbstgemachten Riegel und dann erstmal die Verpackung zu öffnen ist dann doch etwas schwerer. Manchmal verschließe ich die so gut das ich ne Weile benötige bis ich endlich an mein Futter komme während den Läufen. Ich kann dieses Rezept nur weiterempfehlen, es schmeckt bedeutend besser als die herkömmlichen Riegel und belastet auch den Magen nicht so. Da hatte ich oft Probleme und mittlerweile vertrage ich nur noch die Produkte von Powerbar. Alles andere ist mir sehr auf den Magen geschlagen.

Endlich durfte ich auch wieder Tempo laufen. 20km in meinem Marathontempo bin ich am Main entlanggerannt. Es ist immer wieder schwierig bei solchen Trainingsläufen das Tempo zu halten da man keine Motivation hat wie jetzt bei einem Wettkampf. Da ich auch noch meine Trinkflasche daheim vergessen hatte waren die letzten 3km doch sehr schwierig. Zum Glück ist 2 km vorm Zuhause ein kleiner Trinkbrunnen der mich halbwegs gerettet hatte. Das Tempo war dann zwar raus, aber es hat unglaublich gut getan wieder in meinem gewohnten Tempo zu trainieren. Die ganze Woche war sehr gut und ich habe es einfach vermisst lange Distanzen zu laufen und auch mal ein hohes Tempo abzuliefern.


Intervalle bin ich auch gelaufen letzte Woche. Ich war erst etwas skeptisch ob ich das Tempo von 4:03Min/km halten konnte, aber es hat überraschenderweise sehr gut geklappt. Oft musste ich mich sogar etwas bremsen um nicht zu schnell zu laufen. Mir persönlich machen die Intervalle Spaß weil sie mich fordern und auch manchmal an die Grenze bringen. Nur durch Intervallläufe wird man schneller! Das ist zwar im Moment Nebensache bei mir, aber es macht einfach Laune!

Letzten Sonntag ging es dann vollgepackt mit der neusten Musik auf meinen langen Lauf. Meistens habe ich keinen mp3 Player dabei, aber bei ganz langen Läufen bin ich dann doch ganz froh wenn ich etwas Ablenkung habe. So konnte ich wenigstens mal in Ruhe mir das neue Album von Metallica anhören. Ich habe es für schlecht befunden!
40km war die Distanz die ich mir vorgenommen hatte. Ich wusste erst so gar nicht welche Strecke ich dafür laufen sollte und habe dann ganz spontan entschieden nicht am Main entlang zu laufen sondern ein paar Höhenmeter zu sammeln. Flache Strecken sind zwar toll wenn man Tempo läuft, aber für einen langen Dauerlauf mag ich es doch lieber wenn etwas Abwechslung auf der Strecke ist. Da darf es gerne mal hoch und runter gehen. Ich habe mich während des Laufs toll gefühlt und hatte auch richtig Lust diese Distanz zu laufen. Der Muskelkater am Tag danach hielt sich auch in Grenzen.


Diese Woche steht etwas Regeneration an. Gestern war ich schwimmen gewesen um die Muskeln etwas zu entspannen und zu lockern. Insgesamt werde ich deutlich weniger laufen diese Woche. Das wichtige an einem Training für den Ultra ist die Regeneration um Verletzungen zu vermeiden und nicht in ein Übertraining zu kommen.

Dienstag, 22. November 2016

Ich starte ULTRA!

Ja, die offseason ist vorbei! ENDLICH! Und ich haue jetzt mal so richtig einen raus: Ende Januar ist in einem kleinen hessischen Dörfchen ein ganz besonderer Lauf - 10x5km - hässliche Strecke, mitten im Winter, ganze 10 Runden lang! 5km die von Runde zu Runde quälender werden. Ich wage mich da ran. Mein erster Ultra-Lauf wird der berühmte Rodgau50!

Die letzten 3 Wochen habe ich mich sehr gut regeneriert. Die ganzen Zipperlein die sich durch das ganze Marathontraining angesammelt haben, haben sich in Luft aufgelöst und mein ganzer Körper fühlt sich fit für die nächste Aufgabe. 3x die Woche bin ich gelaufen in letzter Zeit und es hat richtig gut getan. Nie mehr wie eine Stunde am Stück. Einmal bin ich länger gelaufen da ich die Distanz falsch eingeschätzt hatte und ich habe dafür die Quittung bekommen mit ganz schweren und müden Beinen. Man sollte wirklich die Regenerationszeit einhalten und keinen Quatsch anstellen. Ich bin viel mit meiner Frau gelaufen die immer schön aufgepasst hat das ich nicht zu schnell laufe. Oft aber gab es auch mal gar keinen Lauf da ich keine Lust drauf hatte und es mal genossen habe nicht trainieren zu müssen.



Stirnlampe ist ja mittlerweile wieder Pflicht und ich bin doch sehr erstaunt darüber das so wenige Läufer eine tragen. Eigentlich bin ich hier in der Umgebung gefühlt der einzige. Leute, macht euch im Winter in der Dunkelheit sichtbar! Das kann lebensrettend sein! So ne Stirnlampe kostet nicht die Welt und macht euch im Dunkeln gut sichtbar. Ich habe mir die Petzl Reactik gegönnt die den Weg sehr gut ausleuchtet und auch für Waldläufe im Dunkeln geeignet ist.

Vom Marathoni zum Ultraläufer

Ich wage mich da wirklich dran. Da ich im nächsten Jahr den Rennsteig mit 72km laufen werde habe ich mir überlegt vorher einmal eine Ultradistanz zu laufen. Das schöne am Ultra ist das man kein Tempo läuft und daher das Training nicht so schlimm ist wie für einen Marathon auf Bestzeit. Ich freue mich jetzt schon auf viele lange Läufe diesen Winter und hoffe das alles so funktioniert wie ich mir das vorstelle.
Wie sagte letztens neulich jemand: "Sind ja nur 8km mehr als der Marathon"
Ich gehe da mit viel Respekt an diese Distanz und weiß das diese 8km mehr eine Menge Arbeit werden. Dann kommt es auch aufs Wetter an. Der Lauf in Rodgau ist Ende Januar und man wird sehen wie der Winter schlussendlich wird. Das wird nochmal eine ganz besondere Herausforderung bei vielleicht Minustemperaturen laufen zu müssen.

Unterscheidet sich der Trainingsplan zu einem Marathon-Trainingsplan? Ja, definitiv! Die schnellen Dinger halten sich in einem überschaubaren Rahmen und man läuft oft in einem angenehmen Tempo, halt bloß etwas länger;-)
Da wird die Marathondistanz auf einmal eine Unterdistanz die ich die nächsten paar Wochen öfters laufen werde. Darauf habe ich richtig Bock!



Vorgenommen habe ich mir auch mehr Alternativtraining zu machen. Das bedeutet, mal öfters ins Schwimmbad zu gehen oder aufs Rad zu steigen. Krafttraining gehört ja eh schon zu einem festen Punkt meines Trainings. Gestern war ich zum Beispiel 2 Stunden mit dem Rad unterwegs. Da ich das nicht wirklich gewohnt bin hat mein Hintern danach ganz schön weh getan. Aber es hat Spaß gemacht und es tut richtig gut mal etwas anderes zu tun. Leider hatte ich bei der Rückfahrt etwas Gegenwind, so war es dann doch sehr anstrengend zum Ende hin!






Es wird also eine spannende und auch eine richtig anstrengende Sache! Ich versuche das nicht so verbissen zu sehen wie das Training für den Marathon. Ich will keine Bestzeiten laufen und daher ist da schonmal jede Menge Druck weg den man sich selber macht.

Ich hoffe ihr begleitet mich weiterhin bei diesem Unterfangen und ich bin mir sicher das ich einige Leser dieses Blogs Ende Januar in Rodgau sehen werde. Bis dahin:-)

Dienstag, 15. November 2016

Warum laufen wir?

Jeder hat ja seine eigene Geschichte warum er mit dem Laufen angefangen hat. Manch einer macht es um Gewicht zu verlieren, ein anderer macht dies um etwas zu verarbeiten.


In erster Linie habe ich angefangen mit dem Laufsport um Gewicht zu verlieren. Erfahrene Läufer lachen mich jetzt aus, aber ja, ich habe wirklich Gewicht verloren. Heute ist dies natürlich eine ganz andere Geschichte;-)
Während den ersten paar Monaten habe ich gemerkt wie absolut frei der Kopf wird und wie viel leichter auch der Alltag zu bewältigen ist. Viele Ideen für meinen Blog kommen mir während den langen Dauerläufen. Oh mein Gott, was man da alles für Gedanken hat! Zu mir sagte mal jemand "Laufen ist doch total langweilig, da bist nur du und läufst". Genau dies ist aber das faszinierende! Ich höre auf meinen Körper und habe wirklich 2-3 Stunden am Stück Zeit nur für mich. Entweder denke ich an tausend verschiedene Dinge oder ich höre mir das neuste Album meiner Lieblingsband ganz in Ruhe an und bin total versunken. Das ist dann der Moment wo mich dann Verwandte sehen und die ich gar nicht bemerke;-)


Ich denke auch oft an meine Kindheit zurück und an die vielen vielen Dinge die dort falsch liefen. So kann man auch mit Situationen umgehen die nicht so toll waren. Besonders nach intensiven Läufen fühle ich mich wie ein neuer Mensch, zwar sehr fertig, aber auch mit viel neuer Kraft!

Laufen ist für mich eine Herzensangelegenheit und ich tue mir sehr schwer mit Leuten die das nicht verstehen oder auch nicht verstehen wollen. Es gibt ja immer noch die Generation "Sport ist Mord" die dann ganz gerne sagt "Laufen ist ja so ungesund". Sollen die das einfach mal so denken und weiterhin ihre Zigaretten rauchen! Ist viel gesünder;-)
Was ist eure Motivation? Warum habt ihr mit dem Laufen begonnen? Was motiviert euch weiterhin diesen Sport auszuüben? Das möchte ich von euch wissen:-) Kommentiert hier auf dieser Seite oder auf Twitter!



Dienstag, 1. November 2016

Mein Saisonabschluss in Frankfurt - Mein bester Marathon!

Es ist geschafft! Der Frankfurt Marathon ist Geschichte und meine Laufsaison ist hiermit beendet! Was für ein großartiger Tag und was für ein herrliches perfektes Wetter. Genau diese Umstände plus eine sehr gute Vorbereitung brachten mich zu einer neuen Bestzeit von 3:13:54! Fast 7 Minuten schneller als noch 5 Wochen vorher beim Loch Ness Marathon. Da hat man mal den Vergleich wie viel schwerer dieser Marathon war und was es ausmacht wenn man einen Marathon mit Höhenmetern läuft. Ob ich damit gerechnet habe? Nein!




Frankfurt am Marathonwochende ist immer wieder toll! es hat sich so langsam bei uns zur Tradition entwickelt das wir uns von Samstag auf Sonntag ein Hotel buchen obwohl wir nicht weit weg wohnen und die ganze Stimmung vor Ort richtig aufsaugen. Ich liebe diese besondere Atmosphäre. Am Vortag ging es noch kurz über die Laufmesse, die nicht besonders toll war. Alles war viel zu teuer und viel zu eng. Startnummer und Beutel wurde noch geholt und ab ging es wieder Richtung Hotel.
Zum ersten Mal hatten wir auch unseren Hund dabei, es lief alles wunderbar und wir sind froh so einen lieben und braven Hund zu haben der das auch alles mitmacht.



Es war soweit: Sonntagmorgen! Dank der Zeitumstellung hatte ich eine Stunde länger Schlaf und konnte frühs um halb sieben in Ruhe mein Frühstück genießen. Danke hier nochmal an das Team vom Motel One Messe, die extra für die Marathonläufer früher das Frühstück anbieten und auch an dem Tag einen Late Check Out angeboten hatten. Super!
Irgendwie war ich diesem sehr nervös. Mein 6. Marathon und man wird von mal zu mal hibbeliger und aufgeregter. Beim Loch Ness Marathon war ich irgendwie cooler. Vielleicht ist es einfach die große Menschenmasse die einen schier nervös machen lässt. Das ganze Umfeld ist riesig und teilweise auch überfordernd. Aber irgendwie mag ich es auch.


Ich lief mich 2km ein und merkte da schon, das könnte ein ganz besonderer Tag werden. Ich bin eigentlich mit keiner Zeitvorstellung an den Start gegangen, aber als ich dann in meinem Startblock stand dachte ich mir....warum eigentlich nicht mal versuchen von Anfang an schnell zu laufen.
Ich riskierte es einfach mit dem Hintergedanken das ich ja schon eine schnelle Zeit hinter mir habe und in Schottland gelaufen bin.


Es ging los! Start aus dem ersten Block, da ging ganz schön die Post ab und alle rannten los wie von der Tarantel gestochen. Viele viel zu schnell! Ich schaute auf die Uhr und drosselte die ersten 3km mein Tempo. Ich steckte auch ein bisschen fest inmitten all der Läufer, es verteilte sich aber allmählich und ich hatte freie Fahrt. Meine Beine und Füße fühlten sich toll an und ich steigerte mein Tempo bis zur Halbmarathonmarke. Ich lief meinen zweitbesten Halbmarathon. Total irre! Ich konnte es gar nicht glauben was ich da für Zeiten lief da es sich nicht so schnell anfühlte. Anscheinend habe ich einiges richtig gemacht zwischen Loch Ness und jetzt!


Bei Kilometer 35 wartete meine Frau auf mich. Ich lief quer über die ganze Straße um eigentlich abzuklatschen, aber das hat nicht so funktioniert:-P
Ich schnappte mir einen Becher Cola und los gings zum Endspurt! Jetzt fängt der Marathon erst richtig an. Den Moment den viele unterschätzen, da die letzten Kilometer sich ziehen können wie Kaugummi. Ich lief wie im Rausch! Ich überholte sehr viele Läufer und musste leider auch mitansehen wie viele aufgaben oder sich vor Schmerzen quälten. Ich habe das Gefühl um so weiter vorne man läuft umso mehr unschöne Sachen sieht man.
Die traurige Nachricht des Tages: Ein Todesfall und einige Reanimationen! Mein Beileid an alle Angehörigen.

Die letzten 5km standen an. Meine Beine wurden immer schwerer und die Festhalle war im Blick. Noch einmal durch die Menschenmassen die einen förmlich ins Ziel trugen. So habe ich Frankfurt noch nie erlebt. Den ganzen Tag war eine großartige Stimmung und es konnte dieses Jahr sogar fast mit Hamburg mithalten.



Es ging jetzt endlich auf die Zielgerade Richtung Festhalle. Bei Kilometer 41 war hinter mir ein ganz schlimmer Schrei zu hören. Ich blickte nach hinten und sah wie sich einer seine Hand aufs Bein hielt und nicht mehr weiter konnte. Zuschauer halfen ihm! Die letzten paar Meter in die Festhalle, es ging rein! Grelles Licht blendete mich und ich lief ins Ziel ein mit einer neuen Bestzeit von 3:13:54! Über 6 Minuten besser als noch vor 5 Wochen. Ich konnte es fast nicht glauben und schüttelte nur mit dem Kopf.


Das wichtigste war: Ich konnte an alle Essensstände gehen und auch etwas trinken. Mir war nicht schlecht und ich hatte auch nicht die Schmerzen die ich vor den 5 Marathonrennen davor gehabt hatte. Trotzdem war ich erleichtert das dies jetzt alles rum war!
Ich habe monatelang trainiert, den ganzen Sommer über! 4 x 10km Rennen, davon 3 mit neuer Bestzeit, 2 Halbmarathons mit jeweiligen Bestzeiten und 3 Marathonrennen immer mit neuer Bestzeit! Das ich da jetzt mal eine Pause benötige ist selbsterklärend. Es zwickt hier und dort und oft war es für mich hart an der Leistungsgrenze. Es steckt jede Menge Arbeit dahinter die keiner mitbekommt, außer meine Frau die mich immer unterstützt und es aushält wenn ich stundenlang draußen unterwegs bin. Ohne dich wäre das nicht möglich!
Alle anderen sehen immer nur die Rennen, doch dies ist nur ein klitzekleiner Teil des Ganzen. Um solche Zeiten laufen zu können gebe ich viel meiner Freizeit auf! Aber es macht mir jede Menge Spaß und ich bin noch nicht am Ende!
Trotzdem mache ich jetzt eine einjährige Marathonpause und starte dann entweder in Berlin oder (auch?) in Frankfurt! In der Zwischenzeit versuche ich jetzt mein Glück als Ultraläufer. Es ist Zeit für eine neue Herausforderung:-)